Arbeitskreis Dünengras AK
Anmeldungsdatum: 22.06.2008 Beiträge: 5
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Verfasst am: 22 Jun 2008 18:13 Titel: A - Was ist BO? BO - Entstehung, Wie merkt man BO? Was dann? |
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Was ist BO? BO - Entstehung, Wie merkt man BO?
Hallo,
nach Erfahrung des Arbeitskreis Dünengras - AKD ist BO eine Erkrankung (manche tuen sich mit dem Begriff Störung hier leichter - beides ist ok,) der Psyche (manche mögen hier lieber Seele), die durch eine extreme Belastung ausgelöst wird und dann zum Ausbruch kommt.
Häufig betroffen sind Personen, die sehr emotional, sensibel oder auch auf bestimmten Gebieten auch recht begabt sind. Zudem eher Typ "Anfangen"
In Kombination zu diesen Persönlichkeitsmerkmalen und Fähigkeiten kommt es zu einem sehr starken Engagement im Arbeitsfeld. Dies kann eine Firma, die Familie, Kirche Verein usw. sein.
Oft ist es so dass sich das "Arbeitsfeld" ändert, es zu deutlich erweiterten Aufgaben - Radius kommt und dann passiert es....Burn Out. Meist dauert diese Phase der nochmals erweiterten Überlastung ca. 2-5 Jahre.
Vom anfänglichen positiven „Inspiriert-Sein“ einer Aufgabe, schwenkt der Prozess zum Getrieben-Sein. Die Gründe dafür liegen in obigen Persönlichkeitsmerkmalen und bestimmten Dispositionen.
Hinzu kommt meist ein aus Unwissenheit ausnutzend- bzw forderndes, auf jeden Fall ein nicht dämpfendes, Umfeld.
Selbstzweifel, nicht gut genug zu sein, u.ä spielten bei allen AKD - Mitgliedern, als auch in allen bisherigen Berichten zudem eine erhebliche Rolle auf dem Weg zum Burn Out.
Sehr, sehr oft liegt eine Disposition zu einer psychischen Störung (Depression oder Angststörung) vor, die aber in der Regel zum Zeitpunkt erster Beschwerden - während dem klassichen Burn Out Prozess dem Betroffenen nicht bekannt sind.
Dieses dem Betroffenen bislang unbekannte Konstrukt führt zu einer über längere Zeiträume psychischen und oder physischen Überlastung.
In aller Regel treten deutlich fühlbar zunächst körperliche Symptome auf, wie
- Magen-/Darmstörungen,
- Mehrmalige „Hexenschüsse“
- Herzbeschwerden (ohne kardiologischen Befund)
usw.
Erst ab dem Moment, ab dem psychische nervliche, seelsiche Beschwerden hinzukommen, wird in allerersten feinen Ahnungen angedacht, dass der Ursprung der körperlichen Symptome (Signale) nicht körperlich sein könnte.
Wir AKD´ ler erlebten dabei bzgl. psychischer Symptome (Signale):
- Unruhe bei Belastung,
- Verlust der Souveränität bei Mehrfachaufgaben,
- Schlafstörungen,
- Schwierigkeiten, die beruflichen Aufgaben am Abend oder WE
abschalten zu können.
In der verstärkten Phase erlebten wir dann
- stetige Abgeschlagenheit
- Erschöpfung nach relativ kleinen Aufgaben
- irrationale Ängste, z.B Angst umzufallen, Angst in der Supermarkt-Warteschlange zu warten
- Unfähigkeit, Stress und Ungerechtigkeit zu kompensieren
– zunehmende Schwierigkeit, unter Menschen zu sein
Was nun?
Der weitere Weg lässt sich pauschal nur insofern beschreiben, als dass ein intensiveres Sich - Kennenlernen für alle AKD´ler hilfreich war.
AKD Mitglieder nutzten dabei in der ersten Stufe des Heilungsprozesses:
- Längere berufliche Auszeiten (2-12 Monate)
- Psychotherapie
- Medikamente
- Kliniken
- Selbsthilfe
- Selbsthilfe-Literatur
Aus diesem "Sich - Kennenlernen" und dabei Hilfedurch Ärzte & Therapeuten nutzen ergeben sich dann die Lösungen und Möglichkeiten.
In der zweiten Stufe gilt/galt es, dieses neue Wissen im Arbeitsfeld umzusetzen, auszutesten und entsprechende Maßnahmen zu treffen: Im Wesentlichen ist zu nennen:
- Die Reflexion der eigenen Rolle und Aufgabe mit der erweiterten Kenntniss der eigenen Möglichkeiten und Grenzen in Einklang zu bringen.
- Ggf. Umorientierung
Hierbei reicht das Spektrum des AKD´lern von verfeinerter innerer Haltung an alter Position bis zum vollkommenen Ausstieg aus der Berufswelt.
AKD Mitglieder arbeiten in den Bereichen Soziales, Verwaltung, Juristik, Industrie.
- Ein langsamer Wiedereinstieg über mehrere Monate erwies sich als sehr hilfreich und immer notwendig.
Manche AKD´ler konnten in ihrer alten Stelle wieder Fuß fassen.
Andere mussten den Beruf ganz aufgeben und wurden früh berentet.
Im Grunde niemand blieb dauerhaft vollkommen beschwerdefrei.
Es hat sich gezeigt dass ein Burn Out und die in aller Regel erblühenden verschiedenen depressiven Symptome und Ängste eine chronische Er5krankung darstellen.
Schon geringe Überlastungen führen auch nach Jahren zu heftigen Rückschlägen und manchmal auch zur Frühberentung
Ein schwerer Burn Out ist eine schwere chronische Erkrankung.
Unsere Erfahrungen decken sich mit den Ausführungen des Psychiaters Franz Engels. siehe http://www.burn-out-forum-information-hilfe.de/topic,2711,-burnout-syndrom-krankheits-verlauf-und-prognose.html
Weiteres und sonstige Hilfen finden sie auf dieser Seite
(Unter http://www.burn-out-forum-information-hilfe.de/topic,2718,-fragen-oder-diskussion-zu-den-themen-im-bereich-willkommen.html bieten wir die Möglichkeit der Diskussion.)
Arbeitskreis Dünengras - AKD
überarbeitet 14.8.2010 |
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